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Manche Bilder vergisst man nicht so schnell. Bei mir sind das häufig Bilder von Menschen, die in irgendeiner Weise klein gemacht worden sind. Immer öfter gibt es sie auch in unseren Städten:

Bettelnde Menschen, die auf ihren Knien buchstäblich auf der Straße liegen und den Kopf so gebückt halten, dass das Gesicht nicht zu erkennen ist, und eine geöffnete Hand streckt sich den Menschen entgegen. Manchmal liegt da auch ein kleines Kind. Oft genug bin ich ziemlich verunsichert. Was wäre jetzt zu tun? Wie wäre es jetzt mit ein wenig Barmherzigkeit? Dann überlege ich, sollte ich Geld geben? Sollte ich vielleicht etwas zu Essen besorgen? Sollte ich einfach mal fragen, ob irgendwie andere Hilfe möglich wäre? Das könnte schwierig werden - lass ich es darum ganz bleiben?

Barmherzigkeit ist ein sperriges Wort. So oft benutzen wir es nicht. Das Besondere an Barmherzigkeit ist, dass man da etwas bekommt, was man gar nicht erwartet hat: Jemand hilft, wo man am Ende ist. Oder einer steht für einen ein, wenn man selbst gedacht hat, da geht nun nichts mehr. Oft genug geschieht das, wenn ich meinen eigenen Standpunkt aufgebe und mich in andere hinein versetze. Wenn ich einen anderen richtig gut verstehe, dann ergreife ich oft auch Partei.

Genau das ist es, was Gott auch für die Menschen tut. Er nimmt Partei für sie. Gott ist nicht damit einverstanden, dass Menschen kurz und klein gemacht werden. Er ist überhaupt nicht damit einverstanden, wenn Menschen ausgegrenzt werden, wenn sie verletzt und nicht ernst genommen werden. Mit Jesus Christus hat er uns gezeigt, wie das geht, wenn man sich für andere einsetzt. Zum Beispiel als er sich genau mit den Menschen unterhielt, um die man im Allgemeinen einen großen Bogen machte und ihnen zeigte, dass sie auch Wunschkinder Gottes sind.