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Verzwickt: Er saß in der Falle. Im wahrsten Sinne des Wortes in der Höhle des Löwen. Ausweglos! Daniel saß fest, umzingelt von Löwen. Und wie kam es dazu?
Daniel hatte sich auf dem Dachboden seines Hauses zurückgezogen. Dort betete er. Er dankte und lobte Gott. So wie er es täglich dreimal tat. Doch dieser Tag war anders. Der König hatte durch ein Gesetz verfügt, dass Gebete nur noch an ihn, den König, gerichtet werden dürfen. Dieser Erlass galt 30 Tage. Daniel saß in der Zwickmühle. Sollte er nicht mehr beten und seinen Glauben aufgeben? Oder sollte er es riskieren?

Daniel riskierte es. Obwohl er wusste, dass alle, die gegen das königliche Gesetz verstoßen, in die Löwengrube geworfen werden. Daniel riskierte es und wurde erwischt. Nun saß er da, umzingelt von wilden Löwen, die sein Leben bedrohten, weil er seinen Glauben nicht aufgab.

In Deutschland können wir unsere Religion frei ausüben. Gott sei Dank. Das bedrohliche Gefühl der Ausweglosigkeit, in der Falle zu sitzen, kenne ich trotzdem.

Die Löwen, die mich umzingeln, sind keine wilden Tiere. Meine Löwen heißen Streit oder Stress. Oder ich fühle mich gefangen von Sorgen und Ängsten, in den Fängen der Verzweiflung. Dann scheint es kein Vor und kein Zurück mehr zu geben. Verzwickt!

In solchen verzwickten Situationen erinnere ich mich an Römer 8,28. Dort steht: „Und wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt.“

Für mich ist das kein Schönreden der Situation. Nach dem Motto: „Es wird schon alles gut werden.“ Nein, manche Situationen sind einfach nicht gut und werden durch die Zeit auch nicht besser. Verzwickte Situationen gehören zum Leben dazu. Das Leben hinterlässt Spuren. Einige schöne, einige schmerzhafte.
Dieser Vers lässt mich trotz allem gelassen auf mein Leben schauen. Denn ich glaube und hoffe, dass Gott alles, positive und negative Lebenserfahrungen, zum Guten zusammenfügen wird.

So kann ich in verzwickten Situationen, auch wenn ich noch kein gutes Ende erkennen kann, gelassener bleiben. Denn ich weiß, dass Gott sich mit mir in die Höhle des Löwen wagt. Dass er mit mir geht, von Anfang bis Ende.

So war es auch in der biblischen Erzählung von Daniel. Gott begleitete Daniel auf dem Weg, den er durch seine Entscheidung eingeschlagen hat. Gott schickte einen Engel und der Engel hielt den Löwen das Maul zu. Und Daniel wurde freigelassen, ohne einen einzigen Kratzer.

Bildinfo: Dieses Bild können wir dank der Bilderdatenbank pixabay verwenden.

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